arthango – bei Rheuma und Arthrosen —

persönliches Training – Kurse – workshops

Arthango steht ganz in der Tradition des klassischen Tango mit seiner Trauer über das unwiederbringlich Verlorene. War es dort die Geliebte und die Heimat, deren Verlust beklagt wird, ist es hier die Trauer über die verlorene Unversehrtheit, über Vertreibung aus dem Paradies uneingeschränkter Bewegungsfreiheit. Wird diese Trauer mutig gelebt, kann sie überwunden werden und in eine gelöste, zuweilen melancholische, zuweilen heitere und freudige Bejahung des Lebens münden.

ArthTango greift dieses Thema in Kursen und Seminaren auf und bietet ein bewegungstherapeutisch fundiertes Konzept, eingeschränkte Bewegungen durch Ausnutzung der Ästhetik und Emotionalität des Tango zu harmonisieren und zu optimieren.

Beim Tangotanzen ist man nicht nur mit der eigenen Bewegung, sondern immer gleichzeitig mit der Bewegung der Partner befasst – und damit mit dessen Wünschen, Bedürfnissen, Möglichkeiten und Begrenzungen konfrontiert. So entsteht eine Interaktion, ein nonverbales Gespräch der Tanzenden – ein Weg hinaus aus den engen Grenzen des eigenen Schicksals.

Ein tango-tanzendes Paar findet daher in einem gemeinsamen tänzerisch-kognitiv-emotionalen Prozess zu einer neuen motorischen und mentalen Ausrichtung im Bewegen und Bewegt-sein – und damit zu einer neuromuskulären Re- und Neuorganisation.

Die harmonische Veränderung von Handlungs- und Bewegungsmustern, das Erleben der Melancholie über den Verlust, zugleich das Sehnen nach Gemeinsamkeit und das Finden von Geborgensein in der Umarmung – all das findet seinen Raum im Tango – immer wieder neu für die Dauer des Tanzes.

Die Beeinträchtigung durch körperliche Beschränkungen wird dabei nicht überspielt oder geleugnet, vielmehr findet sie in den Bewegungs-improvisationen des Tango-Tanzes ihren Ort für konstruktive Verarbeitung und kreative Gestaltung.

Tango Argentino  mit seinen weichen Bewegungsabläufen eröffnet Möglichkeiten und Spielräume – solo oder als Paar miteinander improvisierend – sich in vielfältigen Kombinationen und differenzierten Beziehungen immer wieder neu zu erfahren, stets mit Respekt für die körperlichen und emotionalenMöglichkeiten und Begrenzungen.

Dies ist eine Chance für Körper, Seele und Geist, auch bei Rheuma und Arthrose mit Freude, sensibel und sinnlich, oder lustvoll und erotisch zu tanzen – es gibt immer Wege den nächsten Schritt in dynamischem Einklang gemeinsam zu gestalten.

Seminarziele

Durch Rheuma und Arthrose wird das Bewegungsvermögen verändert und oft gehemmt. Ziel des Seminars ist, das aktuelle beeinträchtigte Bewegungsbild der tatsächlichen inneren Kraft und dem ungenutzten, aktivierbaren Bewegungspotential anzugleichen. So kann sich über die Tanzimpulse wieder eine positive, individuelle Körperlichkeit entwickeln. Wir nehmen den Tango und die Bewegungserfahrung mit in unser sich änderndes Leben und passen ihn mit seinen vielfältigen Variationen an unsere Gegebenheiten an.
Akzeptierende Selbstwahrnehmung und Selbstachtung treten an Stelle von Gefühlen des Verlustes und der Trauer: Wir müssen die Freiheit der Bewegung nicht aufgeben, sondern sie transformieren von expressiver äußerlicher Motorik in eine mehr subtile Beweglichkeit.
Durch die Bewegungen der Tanzenden entsteht eine nonverbale Kommunikation, ein lebendiges „Gespräch ohne Worte“. Vielfache Aspekte von Beziehung – das gemeinsame Aushandeln des Weges und der Figuren, Behaupten und Nachgeben, Finden und Verlieren, Liebe und Distanz – all das wird im Tanzen berührt.
Verständnis für die besonderen Voraussetzungen und Verantwortung für die Gestaltung und Gelingen des gemeinsamen Tanzes fördern die Auflösung der einengenden Fokussierung auf das Krankheitserleben; es kann abgelöst werden durch lustvolles Erforschen und Erleben der vielen Gesichter des Tangos.
Tango lebt von einem Traum schönen unbeschwerten Tanzens – diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, diesen persönlichen Weg zu finden, das ist das Ziel des Seminars.

Inhalte und Konzept

Die Basis für unsere Arbeit im Seminar ist die Einführung in den „klassischen“ Tango Argentino und das Kennenlernen der tänzerischen und musikalischen Grundlagen, angepasst an die speziellen Voraussetzungen bei Arthrosen und Rheuma. Hierbei stehen die Freude und Wahrnehmung der eigenen Bewegung und der des Partners im Mittelpunkt, sowie die Kommunikation und Verständigung beim Führen und Geführt werden. Der Tango wird gesehen als Übung der Achtsamkeit in der Bewegung (awareness in movement) – zu sich selbst und zum Anderen.
ArthTango ist mehr als ein „ganz besonderer“ Tanzkurs. Die Seminarleiter geben Hilfestellung beim schonenden Umgang mit den körperlichen und mentalen Ressourcen. Sie ermutigen zu neuen Sichtweisen von Wut, Angst und Trauer über die Bedrohung und den Verlust von Beweglichkeit und Unversehrtheit durch das Krankheitsgeschehen.‘
Unbeschwerte Bewegungsmöglichkeiten müssen krankheitsbedingt aufgegeben werden – entweder hadert man mit seinem Schicksal, oder man kommt damit zurecht und kann damit leben. Dass dies möglichst erträglich, lebenswert oder gar lustvoll vonstattengeht, deshalb tanzen wir. Nicht alleine, sondern als Mann und Frau. Nicht auf Distanz, sondern nahe und vertrauend. Nicht mit Leistungsgedanken, sondern mit Freude am gelingenden Moment – ganz aufgehend im Hier und Jetzt, ohne darauf zu spekulieren, dass es morgen anders oder besser sein kann.
Das ist Wirklichkeit, ist kein Gerede, sondern erlebte Realität,
Tango Argentino tanzen heißt auch, sich mit Freude, Spaß und Vergnügen der Musik hingeben und sich an gemeinsamen Bewegung freuen. Tango hat, wie unser Leben, keine festgelegte Struktur und lässt einen flexiblen Ablauf zu: Schrittfolgen, Schrittlängen, das Tempo, Dynamik und tänzerische Pausen können ganz individuell gewählt werden – so wird niemand über- oder unterfordert.
Man tanzt mit der Einstellung, die persönlichen Grenzen zu respektieren und die Möglichkeiten des Körpers zu nutzen. So gelingt Improvisation in einem strukturierenden Rahmen, befreiende Bewegungsfolgen werden möglich, selbstvergessen tanzt und geniesst man miteinander.
Und zudem: Man erreicht einen Zugewinn an Beweglichkeit, Koordination, Raumgefühl, Flexibilität, Ausdauer und Kraft und unterstützt die Abkehr von defizitorientierten Gedanken, hin zur Entdeckung der eigenen Ressourcen und neuen Fähigkeiten.
Im Seminar wechseln Phasen des freien und angeleiteten Tanzens, der Information, des Gesprächs und der Reflexion über Achtsamkeit, Selbstachtung und selbstbewusstes Leben – einem Leben, das den Schmerz akzeptierend und mit einiger Gelassenheit integriert und mit Natürlichkeit und Sachlichkeit die Höhen und Tiefen des Lebens auslotet.

Resumeé:

Tango ist gelebtes Leben und für alle da – sehr persönlich und individuell, integrativ und immer auch includierend

Wunderschön und köstlich, wenn man/frau jung-hübsch-stattlich-beweglich-schlank ist, zukunftsfroh im Bewusstsein unbegrenzter Fähigkeiten und Möglichkeiten – die eine Seite des Tango Argentino.

Doch beim Tango Argentino zählt auch die Lebenserfahrung. Ein mutig gelebtes Leben mit Hoch-und Tiefpunkten, Gewinnen und Verlusten, Erfüllung und Einschränkungen bringt seine eigene, gereifte Schönheit hervor.

Tango treibt nicht an, zwingt zu nichts, ist unendlich flexibel und anpassungsfähig an die persönlichen Voraussetzungen. Im Erleben wie kostbar Leben und Zeit sind, lässt sich der Reiz der Reife im Tango voll genießen.

Um Mut zu machen und zu zeigen, wie man/frau – egal mit welcher Kondition, Einschränkung oder Belastung mit Freude und Genuss Tango Tanzen und sich auf`s Parkett wagen kann, dazu die Gesundheit fördert und lange erhält – dafür haben wir unsere Tango Argentino-Kurse entwickelt, dafür stehen wir mit arthango und unseren weiteren Tango-Projekten ! >>>

Teilnehmer und Veranstaltungs-Formate

Das Seminar richtet sich an Menschen mit Rheuma und Arthrose und deren Partner/innen. Eine Teilnahme ist sowohl einzeln wie auch als Paar möglich.
Einführungsseminare, Tages- und Abendkurse, Wochenendkurse, auf Wunsch auch individueller Unterricht

Kontakt:

Dr. Kuno Jungkind
Telefon: 0761 / 290 999 3

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