Sind wir als Therapeut für den Therapieerfolg verantwortlich?

II. Therapie leiten – den Patienten führen

2.4. Sind wir als Therapeut für den Therapieerfolg verantwortlich?

Therapeuten möchten gerne helfen. Mehr noch, sie fühlen sich zumeist für den Therapieerfolg alleine verantwortlich! Diese Einstellung führt jedoch zu dauernden Frustrationen, oder zu bevormundenden, fordernden Haltungen bis hin zur Anwendung subtilen Zwangs („Da müssen wir unbedingt…, „ich übernehme die Verantwortung nur, wenn….“ ect.) gegenüber dem Patienten. Wenn dieser, bzw. sein Organismus nicht richtig „mitspielt“, fürchten wir zu „scheitern“ und dem Patienten Schuld zuzuweisen („Er hat sich ja gesträubt, geweigert, hat nicht richtig mitgemacht…“)
Als Therapeuten haben wir eine Verantwortung für das Gelingen der Therapie – wir sind verantwortlich für die Erarbeitung eines angemessen Therapieziels, für den konstruktiven Dialog mit dem Patienten und für die fachlich und kommunikativ einwandfreie Durchführung der Therapie. Pointiert gesagt: Der Therapeut „erschafft sich“ seinen Patienten selbst – er hat den Patienten, den er „verdient“!

Der Patient jedoch ist in seinem Bereich genauso verantwortlich für das Gelingen der Behandlung – allerdings ist er durch seine Erkrankung nur begrenzt dazu in der Lage – sonst bräuchte er sich nicht als „Patient“ auf eine Behandlung und damit auf eine therapeutische Beziehung einzulassen.
Ihn in die Lage zu versetzen, Schritt für Schritt seine Verantwortlichkeit für das Gelingen der Therapie zu übernehmen, gehört  zu den wichtigsten Aufgaben des Behandlers. Er hat somit eine doppelte – die fachliche und die kommunikative – Verantwortlichkeit dafür, den Patienten so zu fördern, das er zunehmend ein gleichwertiger Partner im Therapiegeschehen wird – bis er zu Ende der Behandlung wieder in die ausschließliche Eigenverantwortung entlassen werden kann. Dann erst ist eine Behandlung – idealerweise – an ihrem Ziel angekommen.

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