Struktur und Flow: Therapieplanung – Erwartungen und Absprachen – Durchführung und Therapieende

Jede primär somatisch ansetzende Behandlung hat ihre eigene „Anatomie“. Auf der einen Seite gibt es „die Hardware“ (die körperlichen Voraussetzungen von Patient und Therapeut, therapeutische Methoden und Techniken, Absprachen, Begrenzungen, finanzielle und organisatorische Voraussetzungen) und die Limits therapeutischer Beziehungen.
Von dieser Hardware alleine kann eine erfolgreiche Therapie nicht leben. Zu leicht würde sie in Methodik und Formalismus erstarren. Diese Voraussetzungen sollen vielmehr haltgebend wirken und einen verlässlichen Rahmen geben, der jedoch genügend Raum lässt für Entwicklungen, Überraschungen und „Offenbarungen“.

Wenn dieser Rahmen „ausgehandelt“ und gesichert ist – diese Absicherung gehört zu den Aufgaben des Therapeuten – dann kann der Patient auf vielen Ebenen seines Organismus „sprechen“ und sich entfalten – nicht nur verbal. Dann kann das therapeutische- und das Heilungsgeschehen so richtig in Fluss kommen.

Voraussetzung ist allerdings, dass wir als Therapeuten geübt darin sind, mühelos von einer Ebene auf die andere zu wechseln: vom strukturierenden Haltgeben bis zur „sichernden“, dynamischen Begleitung auf dem Weg zu Besserung oder Heilung – wohin auch immer der Patient in seinem Suchen nach Entfaltung und Entwicklung gehen mag.
Dabei hat jede Struktur des Organismus, jedes Gewebe, jede Haltung und Bewegung ihren eigenen Ausdrucksgehalt und ihre eigene innere Gesundungstendenz. Die Rückkehr zur Integrität von Funktion und Struktur ist dem Organismus immanent: Wenn wir ihm den geeigneten Raum und eine kompentente Förderung bereitstellen, wird er uns in die Richtung führen, in der die bestmögliche Heilung zu erwarten ist.
Wir Therapeuten müssen uns auf das „Wagnis“ einlassen, dass uns der Patient nicht primär verbal, sondern durch die Äußerungen seines Organismus, in noch ungekannte Bereiche führt – in Bereiche, die uns selbst vielleicht noch nicht vertraut sind. Dann können wir zwar nicht mehr die Führung wahrnehmen, wohl aber ein sicheres Geleit gewährleisten.

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