„Die Politik macht den Menschen falsche Hoffnungen, sagt der Freiburger Medizinstatistiker Gerd Antes. Er sieht Baden-Württemberg auf einen verkappten Lockdown zusteuern “ (www.swr.de)

Da werden mehr als dreißig Prozent auf Ansteckungen in privaten Haushalten zurückgeführt, das öffentliche Leben scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Sind solche Zahlen aussagekräftig?

ANTES: „Aus meiner Sicht nicht… Die Tests liefern für allgemeine Aussagen keine belastbaren Zahlen. Deshalb sind alle Zahlen, die aus diesen Tests abgeleitet werden, grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen und schlimmstenfalls grob falsch.

Am auffälligsten kann man das an der Dunkelziffer erkennen: Wir erwischen nur einen gewissen und völlig unsystematisch erhobenen Anteil der Infizierten...“

  • Bei Infektionen in der Öffentlichkeit, beim Shoppen, im ÖVP, in der Bahn können Infektionsketten praktisch nicht nachverfolgt werden.
  • „Erhebungen bei privaten Events sind viel einfacher als in einer Bar, wo auch noch die Hälfte der Angaben falsch sind….“
  • Wenn Sie im privaten Kreis jemanden erwischen mit einem positiven Test, dann haben Sie es wesentlich einfacher, die Beteiligten zu ermitteln.

… Das geht ganz schnell und die landen dann vollständig in der Statistik des Landesgesundheitsamtes, während die anderen zum großen Teil einfach weg sind.“

“ Die Strategie ist nicht falsch, weil es keine Strategie gibt. Das wird nach dem, was ich aus persönlichen Kontakten heraus weiß, überall anders gemacht und ist auch belastet mit einer großen Inkompetenz.

  • Dieses Hochjubeln von Clustern als „Haupttäter“ ist aus meiner Sicht hochgradig inkompetent, weil das immer nur retrospektiv festgehalten werden kann. Hinterher ist es immer ein schönes „Erkenntnisfest“, wenn man sagt: Oh, da sind jetzt 200 Leute infiziert und jetzt können wir die in Quarantäne schicken und dann haben wir richtig was geleistet.“

Wenn man das mal aufaddiert, dann sieht man sehr schnell, dass der Anteil von sogenannten spontanen Übertragungen unglaublich groß sein muss. Sonst würde man nie auf die Gesamtzahl kommen.

Wenn wir jetzt sehen, dass wir gegenwärtig tausende positive Tests haben und dann noch einmal eine große Dunkelziffer obendrauf – dann ist das, was wir über die immer wieder hochgejubelten Events zählen können, verschwindend gering.

Das ganze Interview auf www.swr.de