Herdenimmunität erreicht man mit Impfungen – Natürliche Herdenimmunität ist Steinzeit (www.dw.com)

Fragen an den Immunologen Thomas Kamradt.“

SARS-CoV-2-Impfung: Worauf warten wir hier eigentlich?

DW: ( Bisher)…bestand die Hoffnung, wer die Infektion einmal durchgemacht hat, sei immun. Ist …die Idee der „natürlichen Herdenimmunität“ gestorben?

Thomas Kamradt:: Herdenimmunität ist Steinzeit! Wenn man sich anschaut, welche Durchseuchungsraten man bräuchte und wie hoch die Sterblichkeit wäre, dann ist das eine Steinzeitmethode. Die außerdem ewig dauern würde…

Wir müssen ja nun zudem davon ausgehen, dass die Immunität nicht lebenslang besteht. Ich hoffe deshalb, dass niemand mehr auf die natürliche Herdenimmunität setzt. Herdenimmunität erreicht man mit Impfungen....

DW: Wenn ein Impfstoff gefunden ist, wird alles gut – viele scheinen diese Erwartung zu haben. Ist diese Erwartung gerechtfertigt?

Thomas Kamradt: Ich persönlich wäre schon zufrieden, wenn es einen sicheren Impfstoff gäbe, der meinetwegen alle zwei Jahre aufgefrischt werden muss, der aber eine massive Wirkung auf den Verlauf hat. Vielleicht verhindert die Impfung nicht, dass man einen Schnupfen oder andere leichte Symptome bekommt….

Die Minimalanforderungen wären aber, dass sie eine Ateminsuffizienz und schwere Organschäden verhindern würde. Wenn Sie mich also fragen, worauf wir warten, dann darauf.

Wenn so ein Impfstoff nichts weiter täte, als einen lebensbedrohlichen Verlauf in einen leichten Verlauf umzuwandeln, würde ich das als Erfolg ansehen. Alles, was darüber hinaus geht, wäre ein sehr großer Erfolg…

Bis jetzt gibt es keine Hinweise darauf, dass die Unterschiede der verschiedenen SARS-CoV-2-Stämme große Relevanz für die Wirksamkeit eines Impfstoffs hätten. Anders als bei der Grippe

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Gehaltvolle Beiträge bleiben aktuell : dieser Beitrag wurde hier erstmals am 06.Sept 2020 veröffentlicht !