Impfen – alternative Strategien (www.doccheck.de)

Bei der Corona-Impfung wird nun mit den ältesten Menschen begonnen. Mit den Jüngeren zu beginnen, wäre aber grundsätzlich auch eine Option gewesen, die in Fachkreisen diskutiert wird.

Zwei Ansätze der Priorisierung = 2 Strategien (www.doccheck.de)

  • „entweder fokussieren auf die direkten Impfeffekte bei der geimpften Person = Leben retten Priorisierungsziel ist möglichst jedes Leben zu retten, v.a. der Schwächsten/Ungeschütztesten in der Gesellschaft
  • oder die indirekten Impfeffekte in der betroffenen Bevölkerung.“ = Pandemie stoppen Priorisierungsziel ist die Minimierung der mit dem Krankheitserreger verbundenen Krankheitslast in einer Bevölkerung.

Jüngere zuerst impfen: Pro und Contra

Stellt man primär die indirekten Impfeffekte in den Mittelpunkt, wäre das Ziel, die Übertragung innerhalb der Bevölkerung möglichst schnell zu minimieren. Dadurch könnte man Infektionsketten effektiv unterbrechen und Risikogruppen indirekt schützen, ohne dass sie selbst geimpft sein müssen.

  • „Hierfür müssten die Personen in der Priorisierung am höchsten stehen, die am meisten zur Übertragung in der Bevölkerung beitragen. Dies sind typischerweise Menschen, die sehr viele Kontakte aufweisen. Oft sind dies junge Menschen, die im Arbeitsleben stehen und an kritischen Positionen in der Gesellschaft tätig sind.“
  • Kämen bei der Corona-Impfung die jungen Menschen als erstes dran, „würde man schon gleich zu Beginn die möglichen Super-Spreader aus dem Verkehr ziehen und so viel mehr potentielle Kontakte/Virusweitergaben verhindern als beim Impfen der Risikogruppen selber.“
  • Das “ „Jung-zuerst-Modell“ … „setzt voraus, dass eine Impfung tatsächlich auch indirekte Effekte mit sich bringt. Dies ist nur dann …. der Fall, wenn der Impfstoff nicht nur vor symptomatischer Erkrankung, sondern auch vor Infektion schützt: nur dann trägt eine geimpfte Person auch sicher nicht zur weiteren Übertragung des Erregers bei… Dies ist zum aktuellen Zeitpunkt für die sich kurz vor Zulassung befindlichen Impfstoffe noch nicht bekannt….
    • Wenn tatsächlich indirekte Effekte vorliegen sollten, müsste man die Personen, die tatsächlich am meisten zu Übertragung in einer Bevölkerung beitragen, …auch identifizieren können. Dies ist für SARS-CoV-2 aktuell ebenfalls nur schwierig möglich“

Ältere zuerst impfen: Pro und Contra

Beim „Alt-zuerst-Modell“ werden hingegen die direkten Effekte der Impfung auf die geimpfte Person in den Mittelpunkt gestellt, da die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs einer COVID-19-Erkrankung sehr stark mit zunehmendem Alter ansteigt.

  • Die Personen, die persönlich das höchste Risiko eines schweren Verlaufes tragen, würden durch Impfung direkt geschützt
  • „Um einen solchen Schutz gewährleisten zu können, muss der jeweilige Impfstoff auch tatsächlich innerhalb der Risikogruppen eine hohe Effektivität aufweisen. Die bisher veröffentlichten Studien zu den kurz vor Zulassung befindlichen Impfstoffen bei SARS-CoV-2 deuten an, dass dies für diese Impfstoffe der Fall zu sein scheint.“ 

Ziel: schneller individuell schützen >> weniger schwere Verläufe und Todesfälle >> „auch wenn die Neuinfiziertenzahlen noch länger hoch bleiben sollten.“ Allerdings könne es auch lange dauern, bis alle Mitglieder von Risikogruppen geimpft sein werden.

Sonderrolle: Medizinisches Personal und Personen in Schlüsselstellungen

Prioritär sollen auch geimpft werden

  • Medizinisches und pflegerisches Fachpersonal
  • andere Disziplinen, etwa diejenigen, die mit immunsupprimierten Patienten umgehen
  • Personal in Schlüsselstellungen mit hoher Kontaktwahrscheinlichkeit zu anderen Menschen, soit auch mit Kontakt zu (möglichen) COVID-19-Patienten: Personen z.B. an der Supermarktkasse, bei der Polizei, Feuerwehr, im ÖPNV“ — sowie Lehrer*innen, Ärzt*innen in Arztpraxen und deren Mitarbeitende “ …

Fazit

  • Zuerst die Risikogruppen zu impfen und dann erst alle Bevölkerungsgruppen mit geringerem Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufes ist sinnvoll – um Menschenleben zu retten und die Auswirkungen der Pandemie abzumildern.
  • Jedoch noch kein Rückgang der Neuinfektionen zu erwarten: „Einen epidemiologischen Effekt im Sinne einer Bekämpfung der Virusübertragung durch Impfung werden wir erst sehen, wenn auch die Jüngeren geimpft werden.
  • Dass somit noch längere Zeit die Hygiene- und Abstandsregeln gelten werden, müssen wir in Kauf nehmen

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