„Meine Freund:innen melden sich kaum noch. Was mache ich falsch?“ (www.refinery29.com)

Viele fühlen sich heute einsamer als während des Lockdowns, weil sie kaum noch von ihren Freund:innen hören.

„Während des Lockdowns hatte ich sehr viel Kontakt mit ihnen. Ich fühlte mich ihnen sehr nah und hatte immer den Eindruck, diese Beziehungen gingen von beiden Seiten aus.

All das hat sich jedoch geändert, seit wir alle wieder langsam zur Normalität zurückkehren. Wenn ich keine Pläne vorschlage oder mich melde, kommt von den meisten nichts … Ich frage mich…,ob ich für sie einfach kaum noch Priorität habe – und ob wir inzwischen nur noch Bekannte sind.“

„Ein großer Teil unserer sozialen Kontakte findet … heutzutage via Social Media statt – auf Plattformen, die uns komplett beanspruchen können. Deren Content kann uns schnell von den Nachrichten ablenken, auf die wir eigentlich antworten sollten. Das ist nicht mal zwangsläufig Absicht.“

  • Trotzdem ist es immer eine gute Idee, dir darüber Gedanken zu machen, ob du unterbewusst etwas tust, womit du die Menschen von dir stößt (zum Beispiel, indem du ihnen gegenüber zu direkt bist (oder zu wenig?) oder deine Meinung sehr stark (oder zu wenig?) vertrittst).

Dennoch solltest du absolut vermeiden, dich selbst ganz allein dafür verantwortlich zu machen, wenn Freundschaften im Sand verlaufen.

  • Es kann sich lohnen, mit einer vertrauten Person darüber zu sprechen, um dir eine objektive Meinung zu holen.
  • Wenn es für dich in Ordnung ist, mehr Mühe in deine Freundschaften zu investieren, als du zurückbekommst (sprich: dich häufiger zu melden als andersrum), ist das ein Handel, mit dem du dich womöglich abfinden kannst. Dennoch solltest du auch von der jeweils anderen Person ein bisschen Initiative erwarten.
  • Es gibt da sehr wohl ein paar Leute, die deine Freundschaft und Aufmerksamkeit erwidern. Sie sind deine Mühen sicher wert.
  • Dennoch kann das schwierig sein, weil wir uns gern auf das Negative fixieren. Wir beschäftigen uns gern mit Problemen, weil uns diese Tendenz aus evolutionärer Sicht immer geholfen hat. Es ist ganz natürlich, die Augen nach möglichen Bedrohungen offen zu halten und dir Sorgen zu machen, du könntest aus dieser oder jener Gruppe ausgestoßen werden.
  • Es kann sich aber mehr lohnen, dich auf die Freund:innen zu konzentrieren, die du sehr wohl hast, anstatt dich um die zu bemühen, die sich von dir distanziert haben. Freund:innen, die unsere Zeit und Aufmerksamkeit verdienen, sind meist diejenigen, die zu unserem Wohlbefinden beitragen.
  • Das erkennst du zum Beispiel daran, dass du dich nach Treffen mit diesen Menschen einfach gut fühlst. Halte dir immer wieder vor Augen, dass deine Bemühungen um diese positiven Freundschaften also tatsächlich zu Deinem Wohlbefinden beitragen können.“

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